Training

Das von IOGKF-Austria praktizierte Training im Okinawa Goju Ryu Karate-do ist ein in sich vollkommenes, aufeinander abgestimmtes System.
Wir halten uns strikt an die Lehre von Miyagi Chojun Bushi, aber lassen modernste sportwissenschaftliche Methoden in das Training einfließen.

Die Komponenten setzen sich zusammen aus:
  • Junbi Undo auch Yobi Undo (Aufwärmen)

Ein von Miyagi Chojun entwickeltes System, dem intensive persönliche Forschung und Konsultation mit Ärzten zugrundeliegt.
Angefangen bei den Zehen (am weitesten vom Herzen entfernt) über sämtliche Körperteile werden Muskeln, Sehnen und Gelenke aufgewärmt, gelockert und gedehnt. In der Aufwärmung sind bereits vorbereitende Übungen für die nachfolgenden Techniken beinhaltet, z.B. hiza geri (Kniestoß) trainert sowohl den Kniestoß selbst, als auch die Vorbereitung auf mae geri (Fußtritt); tora guchi (Tigermaul) trainert bereits eine Vielzahl an Blocktechniken und Stössen mit der Handfläche; Übungen wie ten tsuki und furi sute bereiten schon auf die relevanten Techniken in den Kata und Bunkai (Anwendungen) vor.

  • Kihon (Grundschule)

Die Grundschule dient dazu dem Karateka die einzelnen Techniken und Kombinationen dieser zu vermitteln. Vergleichbar mit einem Fundament müssen die Kihon immer wieder und wieder trainert werden, um sicherzustellen, dass sich keine Fehler einschleichen und ineffektive oder sogar gesundheitlich schädliche Praktiken beginnen. Die Grundschule vermittelt Schläge, Stöße, Tritte, Stände, Block- & Abwehrtechniken, Bewegung in & aus den verschiedenen Ständen sowie Kombinationen der Techniken.

  • Kata

In den Kata des Okinawa Goju Ryu Karate-do steckt die Essenz (gokui) des Stils. Die Kata ermöglichen die Zusammenfügung der Techniken aus der Grundschule sowie eine effektive und effiziente Selbstverteidigung aus den Anwendungen (Bunkai).
In den Worten von Higaonna Morio Shihan: „Nicht die Kata dem Körper des Karateka anpassen, sondern den Körper des Karateka den Kata anpassen“.

Die Kata des Okinawa Goju Ryu Karate-do teilen sich auf in die haishugata (wörtlich: geschlossene Faust - hart) und kaishugata.

 
 

Haishugata

  • Sanchin
  • Tensho

Kaishugata

  • Gekisaidai Ichi
  • Gekisaidai Ni
  • Saifa
  • Seyunchin
  • Shisochin

 

  • Sanseru
  • Sepai
  • Kururunfa
  • Seisan
  • Suparinpei

Gekisaidai Ichi und Gekisaidai Ni wurden von Miyagi Chojun Bushi entwickelt und in 1940 der Öffentlichkeit vorgestellt. Tensho (wörtlich: kreisende Hände) ist Miyagi Chojuns Weiterentwicklung der chinesischen „Weißer Kranich“ Form Rokkishu.

Die anderen Kata des Okinawa Goju Ryu Karate-do stammen aus dem Süden Chinas (Fuzhou).

  • Kata Bunkai (Anwendungen)

Die Anwendungen der Kata teilen sich auf in Kihon Bunkai und Oyo Bunkai. Kihon Bunkai sind die grundlegenden Anwendungen und effektiven Selbstverteidigungstechniken; Oyo Bunkai sind Variationen und Kombinationen für fortgeschrittene Schüler des Karate.

IOGKF-Austria hält sich an die von Miyagi Chojun entwickelten und kampferprobten Bunkai. Selbstentwickelte Bunkai haben allenfalls im Film einen Platz. Für effektive Selbstverteidigung sind sie generell vollkommen ungeeignet.

  • Kumite (Kampf)

Auf der Basis des vorangegangenen Erlernten ist der Karateka imstande sich dem Kampf zu stellen. Kumite besteht aus Ippon (1 Punkt) Kumite, Yakosoku Kumite und Iri Kumi (laufendes Gefecht).

Ippon Kumite sind vorher definierte Einzelangriffe, denen der Karateka generell mit einer einzelnen Ausweichbewegung, Block und einem Gegenangriff entgegnet.

Yakosuku Kumite ist eine Weiterentwicklung des Ippon Kumite, wobei kompliziertere und vielfältigere, immer noch vorher abgestimmte, Angriffe und Verteidigungen von den Karateka geübt werden.

Iri Kumi ähnelt einem länger andauernden Gefecht zwischen 2 Karateka. Der Schwerpunkt liegt in erster Linie auf das Üben der bis dato erlernten Techniken im praktischen Einsatz unter kontrollierten Bedingungen. Bei fortgeschrittenen Karateka wird mit nahezu voller Kraft trainiert.

Zusätzlich für Nahkampfsituationen lehrt Okinawa Goju Ryu Karate-do Kakie (wörtlich: klebende Hände). Die Bewegungen sind vergleichbar mit denen des lat sao im Kung Fu. Allerdings verwendet Okinawa Goju Ryu Karate-do das Training auch zur Kräftigung der Muskulatur des Oberkörpers, vor allem der Schulter, sowie der Entwicklung eines hoch ausgeprägten Gleichgewichtsgefühls. Aus den Grundbewegungen werden dann die Selbstverteidigungstechniken für den Nahkampf beigebracht und geübt.

  • Hojo Undo (Zusatz-Training)

Okinawa Goju Ryu Karate-do, so wie es von IOGKF-Austria gelehrt wird, sieht eine Reihe von zusätzlichen Übungen vor, die die Muskeln und Gelenke des Körpers für karate-spezifische Bewegungen stärken.
Dabei wird einerseits das eigene Körpergewicht verwendet, um z.B. Strecksprünge, „Tiger“-Liegestützen, explosive Liegestützen, rückwärts „Radfahren“, usw. durchzuführen. Andererseits verwendet der Karateka traditionelle Trainingsgeräte, die, bis auf eines (Kongoken), von den alten Meistern aus China mitgebracht wurden.
Die wichtigsten von diesen sind: Chiishi (Steingewichte an einem Holzstiel), Kongoken (ovales Metallgewicht); Nigiri Game (Tonkrüge). Darüber hinaus werden sowohl Schlagpolster & -pratzen als auch der traditionelle Makiwara (Schlagpfosten) für das Training von korrekten Ständen, korrekter Technik, Geschwindigkeit, Fokus und effektiver Durchschlagskraft eingesetzt.

IOGKF-Austria setzt auch einen sportwissenschaftlich entwickelten Fitness-Test ein. Dieser testet die Kareteka auf absolute Kraft (1 Rep max), lokale Muskelausdauer, Sprungkraft, Wendigkeit, Flexibilität und kardio-vaskuläre Ausdauer.
 

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